EhrenamtKirche ist seit ihren Ursprüngen geprägt von Menschen, denen die Sache Jesu wichtig ist und die sich deshalb „ehrenamtlich“ (freiwillig und unentgeltlich) dafür einsetzen. Ehrenamt fördern und die Zusammenarbeit von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen gestalten ist deshalb eine grundlegende Leitungsaufgabe des Kirchengemeinderats.Sie suchen eine Referentin/einen Referenten für ihre KGR-Tagung zum Thema "Mitarbeiterkultur/Gewinnung von Ehrenamtlichen" o.ä.? Sie brauchen Beratung/Coaching in einer schwierigen komplexen Situation, z.B. bei einem Konflikt zwischen Ehren- und Hauptamtlichen? Sie möchten neue Formen entwickeln um die Mitarbeiterschaft zu vernetzen und in die Gesamtverantwortung für die Kirchengemeinde einbeziehen? Gerne unterstütze ich Sie dabei! Im Folgenden finden Sie Anregungen, Materialien und Informationen zur Förderung des Ehrenamts, z.B. Fortbildungsangebote für Kirchengemeinderäte/rätinnen. AKTUELLES ZUM EHRENAMT Forum Ehrenamt 2008: Leitungsaufgabe Ehrenamt! Das zweite Forum Ehrenamt mit dem Thema "Leitungsaufgabe Ehrenamt!?" fand statt am Samstag, 15. November 2008 von 9.30 - 16 Uhr in Tübingen. Hier können Sie die Beiträge des Forums finden: Besinnung von Dekanin Dr. Marie-Luise Kling de - Lazzer: Vortrag von Prälat Prof. Dr. Christian Rose: Langfassung: Kurzfassung: Unterlagen des Workshops 1: von Kirchenrat Dan Peter An Gaben orientierte Mitarbeiterkultur: Workshop: (Frank Wößner - Servicestelle PE & Chancengleichheit) "Freiwilligenmanagement: Konzept und Erfahrungen" Cornelia Eberle, Ev. Gemeindedienst: Organisationsbezogene und personenbezogene Aspekte des Freiwilligenmanagements Workshop 9: "Ehrenamtliche Gewinnen": Anregungen für ein Schwerpunktprojekt zur Gewinnung von Ehrenamtlichen Zu Workshop 9: Zum gezielten Vorgehen bei der Suche von Ehrenamtlichen Beispiele für Orientierungskurse für potentielle Ehrenamtliche Forum Ehrenamt „Wo Kirche drauf steht, ist Ehrenamt drin!“ Bericht über das Forum Ehrenamt am 1. April 2006 Forum Ehrenamt: Wo Kirche drauf steht, ist Ehrenamt drin Neueste Zahlen zum ehrenamtlichen Engagement in Baden-Württemberg: Kirchenmitglieder sind überdurchschnittlich ehrenamtlich engagiert! Die Auswertung des groß angelegten Freiwilligensurveys 2004 für Baden-Württemberg zeigt: 45% der evangelischen Kirchenmitglieder engagieren sich innerhalb oder außerhalb der Kirche ehrenamtlich – gegenüber 36% im Bundesdurchschnitt. Außerdem gehört der kirchliche Bereich nach dem Sport (15%) und neben dem Bereich Kultur/Musik (9%) mit 9% zum größten Engagementfeld der Gesellschaft. Viele weitere aufschlussreiche Aussagen zum Zugang ins Ehrenamt, zur Dauer, zur Verteilung auf Alter, Geschlecht, Milieus usw. finden Sie hier: „Bürgerschaftliches Engagement in Baden-Württemberg“ (PDF-Datei, 360 KB) • Inhaltliche Impulse: Zu Leitlinien Ehrenamt Grundsätze und beispielhafte Leitsätze zum Ehrenamt in der Kirche Aspekte einer Ehrenamtskultur Das Zusammenwirken von Ehren- und Hauptamtlichen Ehrenamt fördern – Zusammenarbeit gestalten: eine kritische Selbstanalyse für Kirchengemeinden „Sand im Getriebe“ – typische Reibungsflächen zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen Einführung und Verabschiedung von Ehrenamtlichen Für eine Kultur der Anerkennung in der Kirche • Aus der Praxis für die Praxis - Ideen, Anregungen, Erfahrungen Kriterien für die Zusammenarbeit (Illingen) MitarbeiterInnen-Umfrage in der Evang. Kirchengemeinde Notzingen Umfrage zu ehrenamtlicher Mitarbeit: Korber Höhe Beispiele von Mitarbeiter/innen-Versammlungen siehe weiterführende Infos • Rahmenbedingungen optimieren: Arbeitsmaterial Checkliste für geklärte Arbeitsbedingungen Formular zum finanziellen Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit Abrechnungsformular für Auslagen Bescheinigung über die Teilnahme an einer Fortbildung Bescheinigung über ehrenamtliche Tätigkeit Material zum Bestellen:
Bezug: Geschäftsstelle "Notwendiger Wandel", Frau von Lukowicz, Fax: 0711/2068-341; Mail: eva.vonlukowicz@elk-wue.de • Erfahrungsberichte aus Erprobungsprojekten des Prozesses "Notwendiger Wandel" Zu weiteren Informationen • Projekte anderer kirchlicher Stellen Mentoring für Frauen im kirchlichen Ehrenamt (Frauenbüro) Die Kunst des Lernens Forum Ehrenamt: Wo Kirche drauf steht, ist Ehrenamt drin Forum Ehrenamt „Wo Kirche drauf steht, ist Ehrenamt drin!“ Bericht über das Forum Ehrenamt am 1. April 2006 Unter dem Motto „Wo Kirche drauf steht, ist Ehrenamt drin“, fand am Samstag, 1. April 2006 im Hospitalhof Stuttgart das „Forum Ehrenamt“ statt. Gewählte und hauptamtliche Mitglieder der Kirchengemeinderäte und andere Verantwortliche für Ehrenamtliche aus der ganzen Landeskirche waren zusammen gekommen, um Impulse zu erhalten, die Begleitung von Ehrenamtlichen „mit Lust und neuen Ideen weiter zu entwickeln“, so Pfarrerin Cornelia Eberle für den Landeskirchlichen Arbeitskreis Ehrenamt, der das Forum veranstaltet hatte. „Kirche ohne die Arbeit der Hauptamtlichen wäre nicht, was sie ist. Aber Kirche ohne Ehrenamtliche wäre nicht Kirche“, sagte sie bei der Begrüßung. Landesbischof Frank Otfried July führte in das Thema ein. Er würdigte das große ehrenamtliche Engagement in der württembergischen Landeskirche – fast 140 000 Ehrenamtliche weise der Jahresbericht 2005 auf. Ehrenamtliche zu unterstützen sei ein Gestaltungsprinzip von Kirche – „ein Arbeitsfeld, dem sich unsere Kirche nachhaltig stellen muss“. Es gehe darum, der Gabenvielfalt Raum zu geben, und um eine konsequente Gabenorientierung. Wichtig seien dabei zwei Wirkungen. Wie ein Katamaran, der auf zwei Trägern schwimmt, sei Kirche dazu berufen, geistliches Leben zu fördern, aber auch, sich in die Gestaltung der Gesellschaft und in den öffentlichen Diskurs einzubringen. Er wies hin auf die landeskirchlichen Leitlinien zum Ehrenamt, die die Landessynode 1995 verabschiedet hat, und auf die 2005 erschienenen Praxisimpulse zum Thema. Nun müsse die konsequente Förderung ehrenamtlichen Engagements in den Strukturen verankert werden, von der Kirchengemeindeebene bis zur Kirchenleitung. Der Vortrag von Prof. Paul-Stefan Roß von der Berufsakademie für Sozialwesen, Stuttgart, hatte das Thema „Ehrenamtliche unterstützen mit System!“. Er zeigte auf, wie sich ehrenamtliches Engagement verändert und weshalb eine systematische und langfristige Weiterentwicklung des Ehrenamts Erfolg versprechend ist. Er verwies auf den treffenden, wenngleich vielleicht auch provozierenden Begriff des „Freiwilligenmanagements“. Dazu gehöre neben den personbezogenen Aufgaben auch organisationsbezogene Aspekte. „Ehrenamtliche gewinnen ist eine Daueraufgabe“ und „Ehrenamt macht Arbeit“ waren zwei seiner Schlussfolgerungen. In der anschließenden Diskussion und in den Workshops wurde gefragt, wer diese Arbeit und die Aufgaben der „Personalführung“ leisten kann. Sind es die Hauptamtlichen, die dafür an anderer Stelle entlastet werden müssen? Hier war die Rede von einer notwendigen Schwerpunktverschiebung im Pfarramt. Welche Aufgaben können aber auch Kirchengemeinderätinnen und Kirchengemeinderäte oder andere Ehrenamtliche übernehmen? In der Versöhnungsgemeinde Degerloch hat der Kirchengemeinderat die beiden Vorsitzenden explizit mit den Aufgaben eines Freiwilligenmanagements beauftragt. Die gewählte Vorsitzende Frau Dr. Barbara Beischer schilderte, wie es über ein Projekt der Servicestelle für Personalentwicklung und Chancengleichheit dazu kam, in dem eine „Stellendatei“ für die Kirchengemeinde erarbeitet wurde. Wie wichtig es ist, dass jemand Zeit hat für die Begleitung von Ehrenamtlichen, wurde deutlich im Bericht der wohl einzigen hauptamtlichen ausgesprochenen „Mitarbeiterreferentin“ einer Kirchengemeinde, Pfarrerin Silke Harms aus der Tübinger Jakobusgemeinde. Sie kann sich die Zeit nehmen, Initiativen mit Rat und Tat zu unterstützen, bis sie ihre Aufgaben immer selbständiger wahrnehmen können. „Ich wollte am Anfang einiges selbst auf die Beine stellen, das hat mangels Mitarbeitenden nicht richtig geklappt. Aber dann kamen Leute mit ihren Ideen und wollten von mir Unterstützung, und jetzt läuft es.“ Oft hört sie auch: „Es ist einfach gut zu wissen, dass jemand da ist“ – selbst wenn sie nicht direkt in Anspruch genommen wird. Ähnliches berichtete Günther Zeeb vom Verein „Freundeskreis Martinshaus“, Kirchentellinsfurt, der ehrenamtlich in einem Altersheim tätig ist. Entscheidend war, dass am Anfang kein fertiges Programm da war, für das Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht wurden, sondern dass offen gefragt wurde: „Was denken Sie, was man machen könnte?“ So entstanden beeindruckend vielfältige und phantasievolle Initiativen. Kirchenrat Dan Peter rundete den Tag ab mit seinen Eindrücken von den verschiedenen Gesprächen während des Tages. Wie wichtig Anerkennung ist – als Bedürfnis, wahrgenommen und wert geschätzt zu werden - hat sich für ihn neu bestätigt. Er lenkte schließlich den Blick auf das Ziel allen Engagements und aller damit verbundenen Arbeit: dass sich „Leib und Seele freuen in dem lebendigen Gott“ (Ps 84,3). ![]() Teilnehmende des "Forum Ehrenamt" am 1.4.2006 beim Austausch Cornelia Eberle 3.4.06 Workshop 1: Ehrenamtliche unterstützen mit System Themen, die bearbeitet wurden: (von den Teilnehmenden benannt) Freiwilligen-Management – hauptamtlich? Mitarbeiter-Gewinnung? Wie? Was brauchen Ehrenamtliche (EA)? Anerkennungskultur – Wertschätzung Strukturen für das EA Konflikt-Management Kirchengemeinde – Binnenmilieu? Problem: Häufung von Ehrenämtern Zielgruppe Hauptamtliche (HA)? HA nicht aus der Verantwortung entlassen! Systematische Förderung von Engagement stellt Bestehendes in Frage. Daraus folgen: (neue) Ziele formulieren Prioritäten setzen Kultur der Anerkennung ▪ Wahrnehmung und der Wertschätzung: ▪ Beauftragung / öffentlich mit Stil ▪ bestehende Arbeitsfelder öffentlich machen ▪ regelmäßige Gespräche, PE-Gespräche ernst nehmen ▪ Mitsprache ▪ Kultur der Offenheit und Kreativität ▪ Dankeschön/Abend Gewinnung von EA: Öffnung der Gemeinde als Ganzes Wofür stehen wir? Austausch zum Thema EA ist wichtig, auch über Berufsgruppen hinweg. Vereinbarung: Wir wollen dran bleiben an verschiedenen Stellen! Förderkreis Altenheim Martinshaus: Was sind die Faktoren für den großen, nachhaltigen Erfolg des ehrenamtlichen Engagements? Stichworte von der Arbeitsgruppe „Wie wir Ehrenamtliche gewinnen und begleiten mit System“ mit Herrn Günther Zeeb, Altenheim Martinshaus, Kirchentellinsfurt, beim Forum Ehrenamt am 1. April 2006, Stuttgart - Der Vorstand (also die leitenden Personen des Vereins) sind im Haus präsent und jederzeit ansprechbar – Leitung als Vorbild und Ermutigung - eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen den Hauptamtlichen des Altenheims und den Ehrenamtlichen, z.B. durch regelmäßige Treffen, die zeitnahe Absprachen ermöglichen. - Werbung neuer Engagierter durch persönliche Mund-zu-Mund-Werbung in Verbindung mit einer offiziellen Kontaktaufnahme durch den Vorstand - „Augen und Ohren offen halten“ für Personen und Ideen: die sich bietenden Gelegenheiten aufgreifen (Cornelia Eberle, Gemeindedienst Stuttgart) Ulla Reyle. Diplom-Sozialgerontologin, Supervisorin (WIT Universität Tübingen) Dozentin für Gemeindediakonie und Gemeindepädagogik an der Fortbildungsstätte „Kloster Denkendorf“ Thesen zu den Auswirkungen der demografischen Veränderung und den sich daraus ergeben Chancen, Ehrenamt als Begegnungsmöglichkeit zwischen den Generationen zu gestalten Gegenwärtig lassen sich (auch) im Bereich der Kirchengemeinde ganz unterschiedliche Bedarfe erkennen: hochaltrige Menschen nehmen (noch) gerne die traditionellen, vorwiegend betreuungs- und konsumorientierten Angebote (Seniorennachmittag mit Kaffe trinken und Diavortrag) an; die jüngere Alterskohorte lässt sich darüber (verständlicherweise) nicht ansprechen. Die Lebensphase „Alter“ (beginnend mit dem 60 Lebensjahr) umfasst gegenwärtig nahezu 30 Jahre. Menschen erleben diesen Lebensabschnitt, abhängig von ihrer persönlichen Entwicklung und ihrem sozialen Umfeld, sehr unterschiedlich. Es gibt Menschen, die mit 60 Jahren ein Universitätsstudium aufnehmen können während andere durch die Pflege ihrer hochaltrigen Eltern oder Ihres (Ehe)Partners herausgefordert sind. Ältere Erwachsene (anstelle von „Senioren) sind intraindividuell viel unterschiedlicher als vor 100 Jahren. Dieser Unterschiedlichkeit bezüglich der Lebensentwürfe und Lebensstile/Lebenschancen sollte sich eine zukunftsorientierte Gemeindearbeit bewusst sein. Alter ist nichts Neues, sondern Fortsetzung des Bisherigen (oft allerdings unter zunehmenden Belastungen). Zahlreiche Menschen sind nach dem Ende ihrer Berufsarbeit auf der Suche nach neuen, sinnstiftenden Tätigkeiten, die ihnen (auch) neue Erfahrungen und neue soziale Kontakte (außerhalb familiärer Netzwerke) ermöglichen. Kirchengemeinden sollten ihre Aufmerksamkeit viel mehr als bisher auf das „Expertenwissen“, über das diese Generation verfügt, richten. Es benötigt für diese Zielgruppe keine „fürsorgliche Belagerung“ durch Hauptamtliche. Vielmehr sollten diese Ihre Aufgabe darin sehen, passgenaue Netzwerke und Strukturen zu ermöglichen, die es Angehörigen dieser Generation erleichtert, ihre vielfältigen Fähigkeiten in die Gemeinde einzubringen. Also nicht: was brauchen Sie, was können wir für Sie tun? Sondern Was können Sie, was macht Ihnen Spaß, wie können wir Felder In unserer Kirchengemeinde entdecken, in denen Sie Ihre Fähigkeiten einsetzen können? Wie können wir Sie dabei unterstützen, z.B. durch Fortbildung etc. Dazu gehört es natürlich auch, engagierte Menschen an Entscheidungsprozessen zu beteiligen! Eine Kirchengemeinde braucht keine spezielle „Seniorenarbeit“, weil ältere Erwachsene damit zu einer „Problemgruppe“ mit einem speziellen Betreuungsbedarf gemacht werden . Vielmehr benötigt es der Herstellung von Normalität (evtl. mit diskreter Hilfe durch Hauptamtliche) in der Begegnung von Menschen unterschiedlicher Lebensalter, ganz besonders in einer Zeit von ausdünnenden familiären Netzwerken stattfinden kann. Anstelle von „Seniorenangeboten“ ermöglichen themenspezifische Veranstaltungen die Begegnung der Generationen und helfen dabei, Vorausurteile und Ängste zu überwinden. ( Gesprächsrunde zum Thema: Schule gestern – Schule heute“; Jugendliche (Migranten/Innen erklären älteren Erwachsenen den Umgang mit dem Internet; Ältere kochen einmal wöchentlich das Mittagessen für Schulkinder und essen gemeinsam mit diesen; Tagesmutter für Demenzkranke; Rentnerblitz.....) (Noch immer) orientiert sich kirchliches ehrenamtliches Engagement an traditionellen geschlechtsspezifischen Rollen (Männer repräsentieren, Frauen „sorgen“. Trotz der sich angleichenden Lebenserwartung der Geschlechter wird das höhere Lebensalter auch in Zukunft alleinstehend und weiblich sein. Hier gilt es, Netzwerke zu entwickeln, die sich an der weiblichen Singularisierung orientieren und speziell an deren Ressourcen und Bedarfen interessiert ist. (Gemeinschaftliches Wohnen im Alter...) Die erste Generation der Arbeitsmigranten sowie der Aussiedler hat das Pensionsalter erreicht. Abhängig vom praktizierten/erlittenen Akkulturationsstil müssen die Erfahrungen dieser Bevölkerungsgruppe sehr viel mehr ins Bewusstsein der Kirchengemeinden rücken. Spätaussiedler/innen aus Osteuropa werden zunehmend die Pflege hochaltriger Menschen auch im häuslichen Bereich übernehmen. Damit sich hier nicht ein „grauer Markt“ etabliert, sollte speziell dieser Personenkreis im Kontext der Arbeit mit pflegenden Angehörigen eine besondere Berücksichtigung und Unterstützung finden. Bei aller Euphorie über die Kompetenzen und Ressourcen der „jungen Alten“ darf nicht vergessen werden, dass Alter auch Verlust und Abschiedserfahrung und schließlich die Nähe zum Tod beinhaltet. Die Begleitung und Reflexion ehrenamtlicher Arbeit durch Hauptamtliche kann dazu beitragen, Ehrenamt so zu gestalten, dass dieses auch zum Lernfeld fürs eigene Alter wird. ---------------------------------------------------------------------------------- Workshop: Ehrenamt als Begegnungsmöglichkeit zwischen den Generationen beim „Forum Ehrenamt“ des Evangelischen Gemeindediensts für Württemberg am 1. April 2006 in Stuttgart Bericht aus dem Workshop „Führen von Ehrenamtlichen“ (Petra Waschner) Was bewegt Ehrenamtliche, in der Kirche mitzuarbeiten? Große Möglichkeiten zum Engagement neben Beruf oder Familienarbeit. Hauptmotive sind: · Etwas für die Kirchengemeinde tun · Christlichen Glauben leben · Anderen helfen · Sinnvolles tun Beim Engagement aus religiösen Gründen sind die Menschen in der Regel hoch zufrieden und engagiert. Bedürfnisse der Ehrenamtlichen in folgender Gewichtung: Physiologische Bedürfnisse Sicherheit Zugehörigkeit Selbstachtung Selbstverwirklichung Sinn und Transzendenz Was wünschen EA: · Entfaltung · Bessere häufige Unterstützung · Anerkennung durch HA HA spielen eine wichtige Rolle für die Zufriedenheit der EA Sie verlangen kaum finanzielle Entschädigung und wenn, dann für Projekte. Wichtig: · Mitentscheidungsmöglichkeiten · Anerkennung · Übernahme von Verantwortung Dies bedeutet eine entscheidende Rollenveränderung für Hauptamtliche! Bisher: EA als Objekte zu was brauchen wir EA? (EA sollen oft Aufgaben übernehmen, die die HA nicht übernehmen wollten!) heute EA als Subjekte was brauchen EA, um eine gute Arbeit machen und sich persönlich weiter entwickeln zu können? Mitentscheidung – Freiräume Situatives Führen Motivieren und Begeistern Ermöglichungshandeln Anerkennung Sicherheit und Vertrauen Sinnvolles Handeln Sinnvolles Handeln Welche Ergebnisse sind für EA sinnvoll? Weg oder Ziel? Sinn liegt in den Ergebnissen einer Arbeit und der Wirksamkeit ihrer Ausführung. Unterstützung, dass Vorhaben auch stattfinden Erfolge der EA sichtbar machen. Aufgabe der Führung: Klarheit, Verweisung auf Beitrag zum Ganzen Ermöglichungshandeln HA sollen sich selbst zurückhalten, unterstützen, sich als Führung überflüssig machen Menschen befähigen, ihre eigene Stärke zu entdecken und diese einzubringen Suchen und Finden der Stärken. Eröffnung des Möglichkeitenraums HA haben Unterstützungsfunktion, Anleitung zum Einsatz der eigenen Kompetenzen Mitentscheidung – Freiräume EA wollen Verantwortung und Mitentscheidung Von Anfang an eingebunden in Planung und Entscheidung Aktive Menschen brauchen Mitbestimmung, um sich identifizieren zu können. Situatives Führen Wer braucht welche Unterstützung? Unterstützung durch wohlwollende Anerkennung, gemeinsame Reflexion, förderliche Kritik HA haben hohe Bedeutung für die Zufriedenheit der EA Wesentlich: Umgang mit Fehlern: Fehler der EA und HA sind Fehler der HA Erfolge der EA und HA sind Erfolge der EA! Motivieren und Begeistern: HA: Das ansteckende Vorbild durch eigene Begeisterung und Motivation Eigenmotivation kann sich entfalten, wenn HA auch als motiviert erlebt werden. Sicherheit und Vertrauen schaffen durch echtes Interesse an der Tätigkeit der EA . HA müssen in Situationen der Unsicherheit Sicherheit herstellen. Anerkennung: bisher zu wenig und falsche Formen Wenn im Berufsleben wenig Anerkennung – jetzt im EA wird dies besonders gewünscht. Anerkennung ist eine Zauberkraft, die dem Menschen ungeahnte Fähigkeiten verleihen kann. Anerkennung als Grundhaltung Schlüssel zur Entfaltung Glaubwürdiger Entwurf von anderen Vertrauen auf die Kompetenzen Bedingungslose Wertschätzung, positive Grundhaltung Anerkennung in der Praxis Der andere hat ein Recht auf eigene Identität und Person Zeit mitbringen auch für informelle Gespräche. Respektvolles Verhalten, inhaltliche Vorbereitung, verbale Anerkennung, bezogen auf die besondere Situation Der Workshop ist ausgeglichen zusammengesetzt: 5 HA, 5 EA, teilweise in Doppelfunktion tätig! Aus der Diskussion: · Wie viel können HA überhaupt delegieren, oft ist dies nur begrenzt möglich. In manchen KG gibt es selbstorganisierte EA, oft suchen sie dann doch eine Führung, dies kann zu Konflikten führen; in anderen KG zentrieren sich die EA von vornherein auf den/die Pfarrer/in. · Selbstverwirklichung bei EA wird sehr unterschiedlich wahrgenommen. · 60% der Zufriedenheit entsteht durch Wertschätzung. · An die HA wird ein Maßstab an Qualität und Quantität gelegt. · Bei Managern geschieht sinnvolles Handeln unter Druck, man sollte den Mut aufbringen, solche Leute aus der sog. „Gegenkultur“ (Wirtschaft, Kommune, Staat, Gesellschaft) einzuladen. · Es fehlt an Fortbildungsangeboten. · Die EA der früheren Zeiten, die ein Ehrenamt der Kirche zuliebe annehmen, sind eine aussterbende Gattung. Motivation heute: den Kindern zuliebe (z.B. Konfirmandenunterricht bei den neuen Modellen). · Die Zuverlässigkeit der HA lässt zu wünschen übrig · Kommunikation und Information fehlen · HA: Was sollen wir denn noch alles tun? Es bleibt einfach zu wenig Zeit für die Pflege der EA! gez. Hannelore Burgmann [ nach oben ] Grundsätze und beispielhafte Leitsätze zum Ehrenamt in der Kirche • Ehrenamt braucht klare Zuständigkeiten und eine klare Struktur • Ehrenamt braucht den klaren Willen: Wir wollen unseren ehrenamtlichen MitarbeiterInnen gerecht werden • Ein Perspektivenwechsel ist nötig: Nicht nur: „Wen brauchen wir?“ Sondern auch: „Was brauchen MitarbeiterInnen von uns?“ • Es gibt nicht ein Standard-„Rezept“ für alle Ehrenamtlichen. Der großen Vielfalt der Ehrenamtlichen entsprechen vielfältige Formen der Unterstützung (sozusagen „ein ganzes Kochbuch“!). Beispielhafte Leitsätze für eine ehrenamtsfreundliche Gemeinde • Bei uns macht es Spaß mitzumachen! • Ehren- wie Hauptamtliche haben Freiraum zur Gestaltung. • Wir ermöglichen möglichst vielen, ihre Gaben einzusetzen. • „Neue“ dürfen bei uns frischen Wind hereinbringen! • Wir sind vernetzt mit anderen Organisationen, die mit Ehrenamtlichen arbeiten . • Wir schätzen die je besonderen Möglichkeiten des Ehren- wie des Hauptamtes. • Alle Mitarbeitenden wissen, wohin sie sich mit Anliegen wenden können. • Die Begleitung Ehrenamtlicher ist Teil des Dienstauftrags der Hauptamtlichen • Konflikte tragen wir offen und fair aus. • Unsere gemeinsamen Feste sind klasse! • Bei unserer MitarbeiterInnen-Versammlung gestalten Ehrenamtliche das Profil unserer Gemeinde mit. • Wir schätzen, was Ehrenamtliche bei uns „schaffen“, und nehmen es wahr • Wir achten auf die Vielfalt der Bedürfnisse und scheren nicht alle über einen Kamm. [ nach oben ] Aspekte einer Ehrenamtskultur ![]() [ nach oben ] Das Zusammenwirken von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen Lange Zeit war das klassische Gemeindebild: der Pfarrer/die Pfarrerin bilden den Mittelpunkt der Gemeinde, die Ehrenamtlichen arbeiten ihm oder ihr zu und gruppieren sich „drum herum“. Auf der Suche nach neuen, angemesseneren Gemeindebildern entstand das Bild einer Ellipse. Sie hat nicht einen Mittelpunkt, sondern zwei Brennpunkt: das allgemeine Priestertum(Ehrenamt) und das kirchliche Amt (Hauptamt). Beide Brennpunkte haben je ihr eigenes Gewicht und Profil, aber sie sind aufeinander bezogen und brauchen einander. Das spezifische Profil des Hauptamtes lässt sich so umreißen: Von Hauptamtlichen wird eine theologische Ausbildung und bestimmte, für ihre Aufgabe nötige Kompetenzen erwartet, wie etwa soziale und kommunikative Fähigkeiten. Durch die Bezahlung sind sie für ihren Dienst freigestellt. Dadurch und durch ihre Beauftragung durch die Kirchenleitung gewährleisten sie, dass nötige Aufgaben verlässlich, kontinuierlich und sachgerecht erfüllt werden (z.B. kirchlicher Unterricht, Gottesdienste und Kasualien). Durch das Zeitpotential einer hauptberuflichen Tätigkeit können sie eine umfassende Professionalität und Erfahrung entwickeln. Zum Hauptamt gehört auch, dass es – als Amt der Einheit – für alle Gemeindeglieder zuständig ist, unabhängig von eigenen Schwerpunkte und Vorlieben für bestimmte Aufgaben. Zum spezifisch reformatorischen Verständnis des Hauptamtes gehört, dass es kein sakramentales Amt ist und Hauptamtliche keine Vermittlerfunktion zwischen Gott und Gemeinde haben. Es ist ausschließlich funktional, also von den Aufgaben her bestimmt. Zum spezifischen Profil des Ehrenamts gehört es, dass es freiwillig und damit nicht „einklagbar“ ist. Ehrenamtliche haben einen großen Spielraum, wie sie ihr Engagement gestalten. Das betrifft die zeitliche Intensität, den Aufgabenbereich, den Grad der Verantwortung, Anfang und Ende, u.a. Dadurch ist ein wesentliches Kennzeichen des Ehrenamts die große Unterschiedlichkeit und Vielfalt des Engagements. Ein zentrales Thema der Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtliche ist die Leitung der Gemeinde, Diese ist nach unserer Kirchenordnung Haupt- und Ehrenamtlichen gemeinsam übertragen. Zu den Aufgaben der Gemeindeleitung gehört es, das Ganze der Gemeindearbeit im Blick zu haben, Gemeindeentwicklung zu befördern, Arbeit zu koordinieren und zu organisieren, für ein gutes Miteinander zu sorgen und den ehren- wie hauptamtlichen MitarbeiterInnen der Gemeinde zu ermöglichen, dass sie ihre Aufgabe so gut und gern wie möglich erfüllen können. Alle diese Leitungsaufgaben sind also nicht prinzipiell dem Haupt- oder Ehrenamt zugeordnet. Worin besteht aber die spezifische Leitungsverantwortung des Hauptamts? Es ist verpflichtet dafür Sorge zu tragen, dass Leitung im beschriebenen Sinn tatsächlich ausgeübt wird. Ehrenamtliche dagegen können sich in die einzelnen Aufgaben und ihre Durchführung je nach ihren Fähigkeiten, Neigungen und zeitlichen Möglichkeiten einbringen. Ist unter dieser Voraussetzung aber noch ein „gleichwertiges Miteinander“ in der Gemeindeleitung zwischen Ehren- und Hauptamtlichen gewährleistet oder ist es dann unvermeidlich, dass wieder das Hauptamt verstärkt ins Zentrum rückt? Soll ein gleichberechtigtes Miteinander funktionieren, müssen sich Hauptamtliche auch als Dienstleister und Ermöglicher für Ehrenamtliche verstehen. Mit einem altertümlichen, aber biblischen Bild nennt B. Petry Hauptamtliche „Helfer zur Freude“, indem sie andere darin unterstützen, ihre „Berufung“ als Glieder am Leib Christi zu finden und die große Freude, die damit verbunden ist. [ nach oben ] Ehrenamt fördern – Zusammenarbeit gestalten Eine kritische Selbstanalyse für Kirchengemeinden Menschen suchen sinnvolle, erfüllende Aufgaben. Kirchengemeinden brauchen ehrenamtliche MitarbeiterInnen, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Ist Ihre Kirchengemeinde „ehrenamtsfreundlich“? Dieser Fragebogen soll Anregung sein, sich im Kirchengemeinderat mit dem Thema Ehrenamt auseinander zu setzen und herauszufinden, wie die Situation Ehrenamtlicher verbessert werden kann. Aufschlussreich ist dabei auch, wo es unterschiedliche Ein-schätzungen innerhalb des Gremiums gibt! Der Stellenwert des Themas „Ehrenamt“ in unserer Gemeinde 0 Wir haben uns im Kirchengemeinderat mit dem Stellenwert ehrenamtlicher Arbeit für unsere Gemeinde beschäftigt 0 Wir wissen, weshalb sich Menschen gerne bei uns engagieren, und vertreten das selbstbewusst nach außen 0 Wir verstehen Ehrenamtliche nicht als „Hilfsarbeiter“, sondern als MitarbeiterInnen 0 Die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen geschieht partnerschaftlich 0 Die Begleitung von Ehrenamtlichen ist ausdrücklicher und wesentlicher Teil des Dienstauftrags von Hauptamtlichen 0 Die Zuständigkeit von Haupt- und Ehrenamtlichen ist klar definiert und abgegrenzt 0 Ehrenamtliche und ihre Arbeit werden regelmäßig wahrgenommen und Wert- schätzung zum Ausdruck gebracht (im KGR, bei persönlichen Kontakten, etc.) Wenn sich jemand für ein ehrenamtliches Engagement interessiert 0 nimmt sich Pfarrerin/ Pfarrer, ein Kirchengemeinderat oder eine benannte Ansprech- person Zeit für ein ausführliches Gespräch. 0 bieten wir nicht Aufgaben an, wo wir am dringendsten jemanden brauchen, sondern suchen Aufgaben, die Interessen und Fähigkeiten der jeweiligen Person entsprechen 0 gibt es bei uns die Möglichkeit, in eine Aufgabe „hineinzuschnuppern“ 0 kann er/sie in einem zeitlich befristeten Projekt erste Erfahrungen sammeln Neue Ehrenamtliche werden sorgfältig in ihre Aufgaben eingeführt: 0 sie erhalten alle notwendigen Informationen über Inhalt und Umfang der Aufgabe 0 sie wissen, an wen sie sich wenden können mit Fragen, Anliegen, bei sachlichen oder persönlichen Schwierigkeiten 0 sie werden bekannt gemacht mit wichtigen Personen in der Gemeinde 0 sie erfahren alles finanziell und rechtlich Wichtige (Auslagenersatz, Budget, Arbeits- und Hilfsmittel, Versicherungsschutz) 0 werden im Gottesdienst oder im Gemeindebrief begrüßt und vorgestellt 0 in der Anfangszeit hält jemand engen Kontakt, um zu hören, wie es geht Standards in unserer MitarbeiterInnen-Begleitung sind: 0 Jede ehrenamtliche Aufgabe ist klar umrissen und zeitlich definiert 0 Für jede Mitarbeiterin/jeden Mitarbeiter ist eine Ansprechperson zuständig, die Kontakt hält und Zeit hat 0 Auslagen werden in einem einfachen Verfahren ersetzt (z.B. auf Nachweis oder pauschal) 0 Ehrenamtliche haben Zugang zu Kopierer u.a. technischen Hilfsmitteln 0 Wir haben einen angemessen ausgestatteten Haushaltstitel „Ehrenamt“ 0 Informationen über Fortbildungen leiten wir zuverlässig an mögliche Interessierte weiter 0 Wir haben angemessene Anerkennungsformen 0 Ehrenamtliche werden bei Entscheidungen, die ihren Aufgabenbereich betreffen, mit einbezogen 0 Ehrenamtliche werden bei grundsätzlichen Fragen des Gemeindelebens mit einbezogen 0 Es gibt regelmäßige Treffen der MitarbeiterInnen zum gegenseitigen Austausch und zur Stärkung des Zusammenhalts 0 Konflikte unter Ehrenamtlichen oder zwischen Ehren- und Hauptamtlichen werden offen und fair im Rahmen eines geregelten Konfliktmanagements ausgetragen 0 Ehrenamtliche Mitarbeit kann ohne „schlechtes Gewissen“ beendet werden 0 Wir begleiten langjährige Ehrenamtliche, die ihre Aufgaben abgeben wollen, achtsam beim Abschiednehmen aus ihrem Tätigkeitsbereich. 0 Ein Tätigkeitsnachweis wird angeboten 0 Diese Standards sind allen MitarbeiterInnen bekannt. Unsere Öffentlichkeitsarbeit ist Teil unserer MitarbeiterInnen-Begleitung und –werbung 0 Es gelingt uns, Aufgaben und Ziele unserer Gemeinde als unterstützenswert darzustellen 0 Über das Engagement Ehrenamtlicher in unserer Gemeinde wird regelmäßig und phanta- sievoll in der Öffentlichkeit berichtet (Gemeindebrief, lokale/regionale Presse, Aktionen...) 0 Wir arbeiten mit Organisationen und Vereinen bei Aufgaben zusammen, wo sich unsere Ziele überschneiden Auswertung: 26-35 Aussagen angekreuzt. Wir gratulieren! Sie sind eine ehrenamtsfreundliche Gemeinde! Wahrscheinlich haben Sie genügend Ehrenamtliche, um weitere Verbesserungen oder Veränderungen umzusetzen! 10-25 Aussagen angekreuzt. Sie sind auf einem guten Weg! Dennoch lohnt es sich, wenn Sie sich damit beschäftigen, wie Sie Ehrenamtliche in Ihrer Gemeinde noch besser unterstützen können. Nehmen Sie die obigen Fragen als Anregungen. 0-9 Aussagen angekreuzt. Sie stehen am Beginn eines Veränderungsprozesses hin zu einer ehrenamtsfreundlichen Gemeinde. Eine gründliche Beschäftigung mit dem Thema könnte vieles in Bewegung setzen. Es muss nicht alles auf einmal geschehen, aber beginnen Sie mit ersten Schritten! Landeskirchlicher Arbeitskreis Ehrenamt Pfarrerin Cornelia Eberle, Evang. Gemeindedienst, Gymnasiumstr. 36, 70174 Stuttgart, Tel. 0711/ 2068-247. E-mail: Cornelia.Eberle@elk-wue.de Februar 2003 [ nach oben ] Sand im Getriebe Gemeindeentwicklungskongress Böblingen 2003 Landeskirchlicher Arbeitskreis Ehrenamt / Evangelische Tagungsstätte Löwenstein Workshop: „Sand im Getriebe“ - typische Reibungsflächen von Haupt- und Ehrenamtlichen verstehen und konstruktiv damit umgehen 1. Die unterschiedliche Situation und die verschiedenen Interessen von Ehren- und Hauptamtlichen Hauptamtliche (HA): • Die Tätigkeit ist Beruf und bezahlte Arbeit • Sie ist identitätsstiftend • Ein bestimmter Aufgabenkatalog ist verpflichtend (wenig Auswahl nach Neigung möglich) • Die Tätigkeit ist in der Regel vollzeitlich • Dadurch entsteht viel Erfahrung im Arbeitsbereich • Durch die Einbindung in offizielle Strukturen und Hauptamtlichen-Netzwerke ist viel Information und Hintergrundwissen verfügbar • Interessen sind: * effektives, erfolgreiches Arbeiten * etwas Eigenes prägen • U.U. war bei der Berufswahl latent auch das Bild des „Mannes an der Spitze“ (Hirte) wirksam • Eine Abgrenzung zum Privaten ist nötig • HA engagieren sich evtl. auch ehrenamtlich (in oder außerhalb der Kirche) Ehrenamtliche (EA): • Die Tätigkeit ist freiwillig • Sie ist unbezahlt • Sie geschieht in der Freizeit (im Privatbereich) • Sie kann nach Interesse ausgewählt und auch wieder beendet werden • Ehrenamtliche bringen Kompetenz und Erfahrung aus ihren (auch nicht-kirchlichen) Arbeits- und Lebenszusammenhängen mit • Eine Aufgabe reizt u.U. auch deshalb, weil in ihr neue Kompetenzen herausgebildet werden können • Auch ehrenamtliches Engagement ist manchmal, aber nicht notwendig identitätsstiftend. Öfters ist es sinnstiftend (etwa als Ausgleich zur sonstigen Tätigkeit, als Experimentierfeld und zum Ausbalancieren von erfahrener Einseitigkeit) • Interessen: sind bei den einzelnen Ehrenamtlichen sehr vielfältig und unterschiedlich 2. Typische Reibungsflächen zwischen EA und HA • Anderer Umgang mit der Zeit: EA haben und nehmen sich oft mehr Zeit für eine Aufgabe, HA sind oft unter Zeitdruck. HA erwarten Entlastung durch EA, EA erwarten Unterstützung durch HA. • Unterschiedlicher Arbeitsstil: EA arbeiten oft sehr sorgfältig und mit gutem zeitlichen Vorlauf, HA manchmal sehr kurzfristig, routiniert und möglichst effektiv. Kompetenzfragen stellen sich auf beiden Seiten (wer ist wofür ausgebildet und hat Erfahrung?). • Unterschiedliche Beziehungserwartungen: HA stehen in einer Fülle (wenn nicht Überfülle) von beruflichen Beziehungen. EA hingegen haben oft ein Bedürfnis nach mehr persönlichem Kontakt. Unterschiedliche Persönlichkeitsstrukturen treffen aufeinander. • Verteilung von Macht und Einfluss: Ehrenamtliche und Hauptamtliche möchten Freiräume, in denen sie Gemeindeleben gestalten und etwas „Eigenes“ schaffen können. Wer setzt sich durch, wenn unterschiedliche Vorstellung aufeinandertreffen – theologische Differenzen, unterschiedliche Mentalitäten, Geschmäcker, Frömmigkeitsstile, Zielvorstellungen u.a.? Hauptamtliche sitzen hier strukturell oft „am längeren Hebel“. • Kommunikation und Organisation: EA sind auf eine gute Zusammenarbeit mit HA angewiesen. Oft fehlen klare Absprachen: wer entscheidet was? Wer ist wofür zuständig? Es wird delegiert, aber dann auch kontrolliert und „verbessert“. Im Hinblick auf Gemeindeleitung besteht sowieso eine strukturelle Unklarheit durch den Grundsatz „Pfarrer/Pfarrerin und Kirchengemeinderat leiten gemeinsam die Gemeinde“. • Es gibt ein notorisches Defizit an Anerkennung – bei EA und bei HA! Vieles bleibt unsichtbar: das sehr hohe Engagement bei Ehrenamtlichen, die ständige Zunahme der Aufgaben und Anforderungen bei HA. 3. Umgang mit Konflikten – was hilft? a) Präventive Maßnahmen: Eine Kultur der Zusammenarbeit pflegen bzw. entwickeln Dazu gehört: - unterschiedliche Interessen von EA und HA wahrnehmen und als solche zunächst einmal akzeptieren - Kommunikation pflegen - klare Informationen geben und verlässliche Informationswege schaffen - Aufgaben klar beschreiben und verteilen - Delegation einüben - Grenzen akzeptieren – bei EA und HA - Persönliche und berufliche Kompetenzen wahrnehmen und wertschätzen - Und vieles andere mehr b) Konflikte konstruktiv aufgreifen Dazu gehört die Einsicht: Konflikte sind keine Katastrophe, sondern relativ normal. Und: Konflikte sind oft eine Chance zur Weiterentwicklung, z.B. dafür, dass Verkrustetes oder Eingefahrenes aufbricht, dass nötige Veränderungen in Gang kommen, dass Menschen wieder miteinander in Kontakt kommen. Hilfreich ist u.a.: • Problematisches im direkten Kontakt ansprechen, nicht über Dritte • Unstimmigkeiten frühzeitig ansprechen, nicht zu lange warten • Den Interessenkonflikt in den Mittelpunkt stellen, nicht die eventuell dahinter stehenden persönlichen Überzeugungen • Eine Lösung suchen, bei der es keine „Sieger“ und „Verlierer“ gibt, sondern alle einen Gewinn davon haben • Eine Moderation/Konfliktberatung durch eine neutrale Person von außen (Vermittlung: Ev. Gemeindedienst, Referat Gemeindeentwicklung/Gemeindeberatung, Pfr. Friedemann von Keler, Tel. 0711/2068-227). Zum Weiterdenken: 1. Bilder vom Zusammenwirken von EA und HA: Welche kennen Sie aus Ihrem Erfahrungsbereich? Sammeln Sie verschiedene Bilder und beschreiben Sie: was sagt jedes Bild aus über Ehrenamtliche, was über Hauptamtliche, was über ihre gegenseitige Beziehung? Beispiele: Hirte - Herde Hauptarbeit und Zuarbeit, Leib Christi: ein Haupt, viele Glieder Manager Gottes u.a. Wie fördern sie, wie behindern sie die Zusammenarbeit von EA und HA? 2. EA und HA haben je besondere Talente/Charismen Beispiel Seelsorge: EA: • können selbst bestimmen, wie viel Zeit sie einbringen möchten – in der Regel mehr als HA • können in und durch ihre Tätigkeit Freundschaften aufbauen • bringen nicht-kirchliche Horizonte und Erfahrungsbereiche ein • Naturtalente können sich entfalten HA: • bringen Professionalität mit durch Ausbildung und Erfahrung (z.B. nötige Abgrenzung gegenüber der hilfesuchenden Person bzw. der Situation, geistliche Angebote wie Gebet) • haben ein klares Berufsprofil und entsprechenden Vertrauensvorschuß • haben Überblick über das Ganze der Gemeindearbeit (und Kirche) und weiterführende Hilfen im Blick Auch in anderen Arbeitsbereichen lassen sich die besonderen Chancen des Haupt- wie des Ehrenamts ähnlich differenzieren. In einer Atmosphäre guter Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen können die jeweiligen Stärken gezielt eingesetzt werden – zum Wohl der Menschen und der ganzen Gemeinde. [ nach oben ] Einführung und Verabschiedung von Ehrenamtlichen Grundsätzlich gilt natürlich: Aufgabe, Situation und Person müssen stimmig zusammengebracht werden. Nicht alle möchten eine öffentliche Einführung oder Verabschiedung, bei manchen Aufgaben oder in manchen Situationen wäre das auch unangemessen. Beim Abwägen des Ob und Wie einer Einführung oder Verabschiedung in öffentlicher Form sind aber auch folgende Gesichtspunkte mit zu bedenken: Einführung und Verabschiedung helfen, dass „die Gemeinde besser über sich selbst Bescheid weiß“. Das heißt, dass - sie wahrnimmt, wie viele sich in der Gemeinde engagieren, zu welchen Aufgaben und mit welchen Fähigkeiten. Nicht selten wird dadurch auch das falsche Bild korrigiert vom Niedergang unserer Gemeinden und wachsendem Desinteresse - ehrenamtliche Mitarbeitende und ihr Auftrag bekannt werden. Das unterstützt sie in ihrer Tätigkeit, öffnet ihnen – ganz wörtlich – Türen und schafft Kontakte. Einführung und Verabschiedung stellen Öffentlichkeit her und beeinflussen dadurch das Bild von der Kirchengemeinde mit, denn - sie schaffen Gelegenheiten, Menschen aus dem Gemeindeumfeld – also über die Kerngemeinde hinaus – einzuladen, gemeindliche Tätigkeit darzustellen, kommunale oder andere Zusammenarbeit transparent zu machen, Beziehungen zu würdigen - sie korrigieren das Bild von der Pfarrerskirche und zeigen „leibhaftig“ Menschen, die an unterschiedlichen Stellen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Aufgaben in der Gemeinde tätig sind, Gemeinde ausmachen. Einführungen und Verabschiedungen von Ehrenamtlichen werden immer häufiger im Gottesdienst oder als Gottesdienst gestaltet. Darin drückt sich aus, dass ehrenamtliche Dienste tatsächlich als gleichwertig anerkannt werden im Sinn des „Priestertums aller Gläubigen“, wie es die Reformation erkannt hat. Die Bedeutung einer angemessenen Verabschiedung Wer sich mit Engagement und mit seinen Gaben in die Kirchengemeinde eingebracht hat, für den ist das Beenden einer Aufgabe ein mehr oder weniger großer Einschnitt. Eine bewusst gestaltete Verabschiedung kann eine Hilfe sein, die Aufgabe innerlich und äußerlich loszulassen. In einem gottesdienstlichen Rahmen können Würdigung, Dank und Wehmut, die Erfahrung von Grenzen und Schwierigkeiten, Fürbitte, Entpflichtung und Segnung für das Kommende seinen Ausdruck finden. Gleichzeitig wird damit den Gemeindegliedern signalisiert, dass Mitarbeit zeitlich begrenzt sein darf. Es legitimiert das Abgeben und Loslassen und kann damit entlastend wirken für das Leben und Arbeiten in der Gemeinde. Außerdem kann es Mut machen, dass Einzelne vorübergehend Aufgaben übernehmen. Auszüge mit freundlicher Genehmigung aus: Praxishilfe Ehrenamt, Amt für Gemeindedienst der Bayerischen Landeskirche, Nürnberg 2002, § 3. [ nach oben ] Für eine Kultur der Anerkennung in der Kirche 1. Anerkennung – worum geht es dabei? Anerkennung ist ein elementares menschliches Bedürfnis: das Bedürfnis, gesehen und wahrgenommen zu werden, „erkannt“ zu werden als Person mit eigener Prägung und Individualität, wertgeschätzt zu werden. Wir brauchen die Spiegelung unserer Person durch andere, um Selbstwertgefühl zu entwickeln und unsere Persönlichkeit zu entfalten. Das kann sich sowohl auf unser Wesen als auch auf unser Handeln beziehen und vermittelt uns: es ist gut, dass ich da bin. Ich werde gebraucht. Eine Ambivalenz entsteht aber dadurch, dass dem Bedürfnis nach Anerkennung durch andere das Bedürfnis entgegensteht, unabhängig zu sein. Ich brauche Anerkennung – und bin darin ein Stück weit auf diese andere angewiesen. Die Philosophin Jessica Benjamin nennt das das „Anerkennungsparadox“ . Welche „Zauberkraft“ Anerkennung darstellt, können wir u.a. an den Jesus-Geschichten des Neuen Testaments ablesen, z.B. an der Begegnung Jesu mit Zachäus. Jesus nimmt ihn wahr, er erkennt sein Bemühen und seine Suche an und lässt sich darauf ganz ein. Seine Wahrnehmung ist differenziert und qualifiziert, nicht oberflächlich und pauschal. Gleichzeitig nimmt Jesus aber noch mehr wahr als das vor Augen Liegende: er sieht das Positive, die noch ungelebten Möglichkeiten in den Menschen und ermöglicht damit, dass sie Wirklichkeit werden. Auch viele Wundergeschichten lassen sich auf diesem Hintergrund verstehen. Auf diese Weise als menschliches Grundbedürfnis betrachtet, verliert Anerkennung den Ruch des Ehrenkäsigen und Eitlen. Ich unterstelle, dass es bei der Diskussion ums Ehrenamt selten um unangemessene Ansprüche im Blick auf Dank und Würdigung geht, sondern ein elementares und legitimes Bedürfnis dahintersteht. Anerkennung kann auf verschiedenen Ebenen zum Ausdruck kommen: * Erstens in Form von emotionaler Zuwendung in der direkten zwischenmenschlichen Begegnung. Da, wo etwa jemand Interesse am anderen zeigt und ihm Raum gibt, von sich zu erzählen. * Eine zweite Form ist die Anerkennung durch Rechte, die eingeräumt werden und wo sich jemand in den dadurch eröffneten Freiräumen entfalten und „zu seinem Recht kommen“ kann. * Eine dritte Form ist schließlich die öffentliche oder soziale Wertschätzung. Anerkennung ist damit „auf allen Ebenen der Kommunikation bedeutsam“, nicht nur auf der zwischenmenschlichen Ebene. Auch diese Bandbreite ist übrigens im Neuen Testament zu finden. 2. Impulse für eine Kultur der Anerkennung in der Kirche Der Begriff der Kultur soll signalisieren, dass es hier um Haltungen und Einstellungen geht, die einerseits grundlegend sind, und andererseits ganz und gar nicht selbstverständlich. Sie müssen wie alle Kulturen bewusst gehegt und gepflegt werden. a) Alle Menschen haben „Anerkennungsmacht“ – die Fähigkeit, anderen Anerkennung zukommen zu lassen. Faktisch allerdings wird Anerkennung durch statushöhere Menschen, also etwa durch den Pfarrer, oft als mehr wert erlebt als etwa durch eine Ehrenamtliche, die Anerkennung durch Männer als tendenziell mehr wert als durch Frauen. Anerkennungskultur fördern heißt also, dem entgegenzusteuern und allen ihre Anerkennungsmacht zuzusprechen. b) Förderlich für eine Kultur der Anerkennung ist es, wenn Geben und Nehmen einigermaßen im Gleichgewicht sind. Das gilt für die einzelne Person: sie kann nicht nur Anerkennung geben, sondern muss selbst welche bekommen. Und wer nur Anerkennung entgegennimmt, ohne welche weiterzugeben, kann das Empfangene vermutlich auch nicht recht schätzen. Gegenseitigkeit gilt aber auch für die Gruppen von Ehren- wie Hauptamtlichen. Es sind nicht nur die Ehrenamtlichen, die Anerkennung brauchen – auch Hauptamtliche brauchen sie und bekommen sie meiner Einschätzung nach längst nicht im erforderlichen Maß . c) Es lohnt sich ein genauer Blick darauf, welche Art von Anerkennung jeweils erforderlich und schon abgedeckt ist und welche fehlt. Liegt der beklagte Mangel bei Ehrenamtlichen auf der zwischenmenschlichen Ebene oder geht es z.B. um mehr Eigenverantwortung und bestimmte Rechte? Umgekehrt erfahren Hauptamtliche in diesem Bereich vermutlich mehr Anerkennung als in anderen - wo besteht bei ihnen der Mangel? Wichtig ist hier, der ungeheuer großen Vielfalt und Verschiedenheit von Ehrenamtlichen Rechnung zu tragen und sehr differenziert zu fragen und wahrzunehmen. d) Wir leben in einer Gesellschaft, die geprägt ist von einem „ökonomistischen Denken“, also einem Denken, das immer von der Begrenztheit der Dinge ausgeht. Wir sind in der Gefahr, das auch auf Immaterielles wie auf Anerkennung, Zuwendung u.a. zu übertragen. Entweder ich oder du, entweder wir oder sie. Wenn jemand anderes Anerkennung bekommt, dann geht sie mir ab. Wenn jemand anderes erfolgreich ist, wirft mich das zurück. Wenn jemand anderes beschenkt wird, komme ich zu kurz. Wenn wir diesen fatalen Mechanismus durchschauen, werden wir frei, großzügiger mit Anerkennung umzugehen. Dann kann auch in unserem Miteinander etwas von der Fülle erfahrbar werden, die uns als Gemeinde verheißen ist. [ nach oben ] Kriterien für die Zusammenarbeit (Illingen) Wie dieser Text entstanden ist: Zunächst hatte ich diese für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kinder - und Jugendarbeit als ein Grundraster für unsere Zusammenarbeit entwickelt. Damit haben wir rund zwei Jahre gearbeitet. Als wir dann im Kirchengemeinderat am Thema "Ehrenamt" arbeiteten, haben wir es als Grundlage für eine Tagung des KGR ´s zu diesem Thema verwendet und entsprechend modifiziert. Das war ein sehr interessante Runde für den KGR. Wir haben noch selten so intensiv an dem gearbeitet, was wir als KG sind bzw. sein wollen. Nachdem wir die "Kriterien" soweit fertig hatten, war uns klar, dass wir noch ein weiteres Blatt brauchen, das ganz praktische Prozesse weiterführt. Auf diese Weise ist das Organisationsblatt entstanden. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben diese Kriterien ehrenamtlicher Mitarbeit inzwischen erhalten. Neue Leute, die Lust haben in der KG mitzuarbeiten, erhalten dieses Blatt ebenfalls. Thomas und Rotraut Knodel Einsiedlerweg 19 75428 Illingen Evangelische Cyriakus Kirchengemeinde Illingen Wir freuen uns, dass Sie mit uns zusammen arbeiten Merkmale ehrenamtlicher Arbeit in der ev. Cyriakuskirchengemeinde Illingen Was wir Ihnen bieten: Eine Kirchengemeinde, in der Gemeinschaft, Feiern und Gottesdienst eine hohe Priorität haben Begleitung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Gute räumliche Einrichtungen Möglichkeit zu Fortbildungen Mitarbeiter/innen Tag mit Gottesdienst – Essen – Unterhaltung Was wir uns wünschen: Dass Sie sich mit uns auf den Weg des Glaubens machen Dass Sie Freude an ehrenamtlicher Tätigkeit haben Dass Sie gerne im Team arbeiten Dass Sie sich kreativ in unserer Gemeinde einsetzen Dass Sie Interesse an Weiterbildung haben Dass Sie uns sagen, falls Sie der „Schuh“ drückt Worüber wir uns freuen: Wenn Sie sich herausfordern lassen mit uns nach dem Glauben zu fragen wenn wir klar, offen und ehrlich miteinander umgehen können Wenn; wir gemeinsam an der Zukunftsfähigkeit unserer Kirche arbeiten Was Sie für sich gewinnen Soziale und pädagogische Kompetenzen Religiöse Kompetenzen Vertraut werden mit christlichem Gedankengut und Traditionen in der Feier von Gottesdienst, Taufe und Abendmahl Persönliche Kontakte in der Gemeinde In der Regel setzen wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihre neue Aufgabe im Rahmen eines Gottesdienstes ein und verabschieden diese dann auch dort wieder. Es freuen sich auf die Zusammenarbeit: Der Kirchengemeinderat und das Team der haupt – und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Cyriakuskirchen-gemeinde Illingen Organisatorisches • Gruppenarbeit im Gemeindehaus Im Gemeindehaus befinden sich verschiedene Bastelschränke. Dort finden Sie Stifte, Klebstoffe, Farben, Papier, Bastelmaterial in Variationen, Schminkfarben, Heißklebepistolen, Folien um die Tische zu schützen und anderes. Fehlt etwas, können Sie den Artikel bei der Firma Farben Schach gerne kaufen. Wir haben als Kirchengemeinde dort einen Lieferschein aufliegen. Sie sagen Herrn oder Frau Schach, dass Sie von der Kirchengemeinde kommen und können den Artikel aufschreiben lassen. Herr oder Frau Schach werden Sie dann noch bitten, auf dem Lieferschein zu unterschreiben. Kaufen Sie bei anderen Firmen Material, bringen Sie den Beleg unserer Kirchenpflegerin Frau Klee oder Diakon Thomas Knodel. Bei ortsansässigen Firmen können Sie auch nachfragen, ob ein Lieferschein erstellt werden kann. Um Rücksprache bitten wir bei Beträgen ab 20 €. Finanzen Wenn Sie finanzielle Mittel für Ihre Arbeit in unserer Kirchengemeinde benötigen, bitten wir Sie mit uns Kontakt aufzunehmen. Ansprechpartner sind Pfarrerin Christiane Kellner, Diakon Thomas Knodel und Kirchenpflegerin Brigitte Klee. Schlüssel Haben Sie eine Veranstaltung im ev. Gemeindehaus in der Kernerstraße, sprechen Sie bitte die Öffnungszeiten rechtzeitig mit der Hausmeisterin Frau Guni ab (Telefon 21577). Haben Sie im Ochsengarten eine Veranstaltung oder leiten Sie dort eine Gruppe, können Sie im Pfarramt oder bei Diakon Thomas Knodel einen Schlüssel erhalten. Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter erhalten für die Zeit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit auch dauerhaft einen Schlüssel. Die Schlüsselausgabe wird durch die Unterschrift des Gruppenleiters/der Gruppenleiterin bestätigt. Ortsnachrichten Die Ortsnachrichten, die in Illingen wöchentlich erscheinen, sind gleichzeitig unser Gemeindebrief. Wenn Sie eine regelmäßig Gruppe leiten werden Ort und Zeit jeweils im Wochenablauf erscheinen. Sie können auch Informationen über Ihre Gruppe oder Ihr Projekt in den Ortsnachrichten veröffentlichen. Dazu nehmen Sie Kontakt mit unserer Pfarramtssekretärin Brigitte Klee auf. Telefon: 22445 (Dienstag – Freitag 8.15 – 12.00 Uhr) FAX: 820 976 eMail: pfarrbuero@ev-kirche-illingen.de. Die Nachrichten für die kommende Woche müssen dienstags bis 12.00 Uhr bei Frau Klee eingegangen sein. Fortbildungen In unserer Kirchengemeinde ist vieles in Bewegung und braucht immer wieder Anregung, Auseinandersetzung und Reflexion. Damit Sie für Ihre Aufgabe gut gerüstet sind, bieten wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der evangelischen Kirchengemeinde an, Fortbildungen zu besuchen. Das bringt uns als Kirchengemeinde und Sie als ehrenamtliche Mitarbeiterin oder Mitarbeiter weiter. Soweit wir es über unsere kirchlichen Stellen erfahren, informieren wir Sie gerne über Fortbildungen. Wenn Sie von einer Fortbildung wissen, die für Ihre Aufgabenstellung in der Kirchengemeinde interessant ist, lassen Sie es uns wissen. Die Kosten dafür werden in der Regel von unserer evangelischen Kirchengemeinde aus der Haushaltsstelle für Fortbildungen erstattet. Bitte informieren Sie uns, bevor Sie sich anmelden, rechtzeitig über Ihre Interessen. Tätigkeitsnachweis Gerne stellen wir Ihnen einen Tätigkeitsnachweis über Ihre Mitarbeit in unserer evangelischen Kirchengemeinde Illingen aus. Gerade bei Bewerbungen kann es von Vorteil sein, ehrenamtlich tätig zu sein oder gewesen zu sein. Schülerinnen und Schüler erhalten ebenfalls einen Nachweis für ihr Bewerbungszeugnis. Gerne geben wir einen vom Kultusministerium unterstützten Qualitätspass (Quali-Pass) mit dem Nachweis ehrenamtlicher Tätigkeit an Sie aus. Versicherung Ehrenamtliche MitarbeiterInnen der evangelischen Kirchengemeinde sind (z.B. bei einer Aufsichtspflichtverletzung) über die Betriebshaftpflicht versichert. Im Rahmen ihrer Tätigkeiten sind Sie als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter ebenfalls unfallversichert. Es besteht auch eine Dienstreisefahrzeugversicherung bei Auftragsfahrten. Näheres unter www.ejwue.de/service_und_beratung/artikel.htm. Dauer der Mitarbeit Wir freuen uns, wenn Sie ehrenamtlich in unserer evangelischen Kirchengemeinde mitarbeiten. Dabei kann die Mitarbeit unterschiedlich gestaltet sein. Je nach Ihren zeitlichen Möglichkeiten und Vorstellungen kann diese Mitarbeit langfristig oder kurzfristig oder auch projektbezogen sein. Wichtig ist uns als Verantwortliche in der Kirchengemeinde, dass wir klar darüber reden und entsprechende Vereinbarungen treffen können. Der Kirchengemeinderat der evangelischen Cyriakuskirchengemeinde Illingen 2004. Stand Mai 2004 [ nach oben ] Checkliste für geklärte Arbeitsbedingungen Voraussetzungen Das wird von dem/der Ehrenamtlichen erwartet oder verbindlich benötigt: - Kenntnisse / Fähigkeiten....................................................................................... - Zeit / Flexibilität / Verfügbarkeit......................................................................... Schweigepflicht Sind die Bedingungen der Vertraulichkeit besprochen? Zeitbedarf und Zeitraum - wie hoch ist der zeitliche Umfang der ehrenamtlichen Tätigkeit? - Auf welche Zeitdauer wird die ehrenamtliche Arbeit vereinbart? - Finanzen - Über diesen finanziellen Rahmen kann der / die Mitarbeitende verfügen: ............................................................................................................................... - Wer ist auf welche Weise für die Abrechnung zuständig? .............................................................................................................................. - Wie und in welchem Rahmen werden Kosten und Auslagen erstattet? .............................................................................................................................. - Wie werden Fortbildungskosten vereinbart und erstattet? .............................................................................................................................. Ansprechpartner/in in der Kirchengemeinde für die / den Ehrenamtlichen ist ............................................................................................................................. Räume Für die Nutzung der folgenden Räume bekommt die / der Ehrenamtliche Zugang durch - eigenen Schlüssel:............................. - ausdrückliche andere Vereinbarung:.....................................................................- Arbeitsmittel Für die Nutzung der folgenden Arbeitsmittel wird jeweils vereinbart: - Telefon.............................................................Fax............................................... - PC.......................................................................................................................... - Kopierer................................................................................................................ - Literatur / Zeitschriften......................................................................................... Nach einer Vorlage aus: Praxishilfe Ehrenamt, Amt für Gemeindedienst der Bayerischen Landeskirche, Nürnberg 2002 [ nach oben ] Die Kunst des Lernens Training-Seminare für Lehrende und Lernende in der Bildungsarbeit mit Erwachsenen Kurzbewerbung Inhalte der Ausbildung - Trainings zu Schlüsselkompetenzen [ nach oben ] MitarbeiterInnen-Umfrage in der Evang. Kirchengemeinde Notzingen Angaben zur Person Geschlecht: männlich / weiblich (Zutreffendes bitte unterstreichen) Alter: ____ Jahre Zeitliche Inanspruchnahme durch die ehrenamtliche Tätigkeit in der Kirchengemeinde: _____ Std./Jahr Angaben zum Arbeitsgebiet in der Gemeinde (bitte Zutreffendes ankreuzen, Mehrfachnennungen möglich) Besuchsdienst . Erwachsenenbildung . Frauenarbeit . Gemeindebrief . Gemeindeleitung . Hauskreisarbeit . Jugendarbeit . Kinderkirche . Kirchenmusik . Männerarbeit . Öffentlichkeitsarbeit . Sonstiges:______________ . Für meine Mitarbeit in der Gemeinde wünsche ich mir zukünftig: Herzenswunsch / Darf sein / nicht nötig Mehr Freiraum für Eigenverantwortung und Eigeninitiative Klare Richtlinien Eine zeitlich begrenzte Aufgabe Eine Ansprechperson für mein Aufgabengebiet Mehr Mitsprache bei Entscheidungen Regelmäßige Unterstützung durch einen Mitarbeiterkreis Regelmäßige Begleitung durch eine Fachkraft (Z. Bsp. Jugendreferent) Regelmäßige seelsorgerliche Begleitung Auslagenersatz Fortbildungsmöglichkeiten Mehr Austausch innerhalb der Mitarbeiterschaft Folgendes erschwert meine Mitarbeit: trifft zu / trifft nicht zu / keine Angabe Ich wurde ins kalte Wasser geworfen, d. h. nicht ausreichend eingearbeitet Mir fehlen praktische Hilfen (Zeitschriften, Arbeitshilfen) Mir fehlt für mein Aufgabenfeld ein Ansprechpartner in der Gemeindeleitung Ich muß zum Arbeiten noch Geld mitbringen: Mir fehlt es an Material Ich bin zeitlich überlastet Mangelnder Informationsfluss Schlechte Organisation Ich leide darunter, daß zu wenig miteinander gesprochen wird Mir fehlt die Anerkennung meines Engagements Ich erhalte zu wenig Rückmeldung auf meine Arbeit Folgenden Aussagen treffen für meine ehrenamtliche Tätigkeit zu: trifft zu / trifft nicht zu / Keine Angabe Ich bin insgesamt mit meiner Tätigkeit sehr zufrieden Ich kann meine Begabungen und Gaben einbringen Gerne würde ich meine Tätigkeit aufgeben, es findet sich jedoch kein Ersatz Was ich noch sagen will im Zusammenhang mit meiner ehrenamtlichen Tätigkeit in der Kirchengemeinde Notzingen: [ nach oben ] Umfrage zu ehrenamtliucher Mitarbeit: Korber Höhe Ihre Meinung ist gefragt … ... diesmal zur Mitarbeit Unabhängig davon, ob Sie in unserer / Ihrer Kirchengemeinde ehrenamtlich mitarbeiten / mitwirken / mithelfen oder nicht, bitten wir Sie um Ihre Meinung: 0 Ich arbeite in unserer Kirchengemeinde bereits regelmäßig oder gelegentlich mit. Meine Mitarbeit könnte durch die Kirchengemeinde auf folgende Weise unterstützt, begleitet und gefördert werden... 0 Ich habe in der Kirchengemeinde bisher nicht mitgearbeitet / mitgewirkt / mitgeholfen. Das könnte sich ändern, wenn Meine Anschrift Name, Vorname Telefon Anschrift Fax PLZ, Ort eMail [ nach oben ] Kurzbewerbung [edit]
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![]() Cornelia Eberle Pfarrerin, systemische Beraterin Postfach 10 13 52 70012 Stuttgart Tel.: Fax: 0711 / 2068 - 341 E-Mail: cornelia.eberle@elk-wue.de |
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